Kosmetik: Tierversuche sind out!
Die Frau von heute braucht Cremes, Wimperntusche, Puder und Lippenstift. Und seit 1998 gibt es kosmetische Produkte ohne schlechtes Gewissen. Denn seitdem sind in Deutschland Tierversuche für Kosmetika verboten. Seit 2004 übrigens auch in der EU. Was viele vielleicht nicht wissen: Tierversuche werden weiter durchgeführt. Der Grund ist einfach: Die Kosmetikhersteller können ja in Drittländer ausweichen. Zwar gibt es eine EU-Kosmetikrichtlinie. Die sieht vor, dass ab 2013 keine in Tierversuchen getesteten Kosmetikprodukte mehr in die EU importiert werden dürfen. Trotzdem können einzelne Inhaltsstoffe weiter getestet werden. Das erlaubt die EU-Chemikalienrichtlinie. Denn dieser Richtlinie unterliegen solche Inhaltsstoffe, die neben dem kosmetischen Bereich auch in anderen Bereichen verwendet werden. Und in diese Sparte fallen leider etliche Inhaltsstoffe.

Tierversuche (Quelle: flickr.com – patsch)
Beispiele: Erst gingen sie mit gutem Beispiel voran. Doch seit kurzem stehen Avon, Mary Kay und Estée Lauder wieder auf der PETA-Negativliste der Firmen, die Tierversuche durchführen. Diese Firmen hatten auf Anweisung der chinesischen Regierung Vergiftungstests an Tieren durchgeführt. Nach wie vor empfehlenswert für ihre tierversuchsfreien Produkte ist hingegen die Firma Lush.
Wie soll ich mich als Konsument verhalten?
Wer als Konsument auf tierversuchsfreie Produkte setzt, sollte nicht gedankenlos jedes neue Kosmetik- oder Reinigungsprodukt kaufen. Im Gegenteil: Konsumenten und Konsumentinnen sollten zunächst Bewusstsein für die Thematik entwickeln. Und vor allem auch ein Bewusstsein dafür schaffen: Fragen Sie im Kaufhaus, im Bio- und Naturkostladen oder in der Drogerie nach tierversuchsfreien Produkten sowie nach den Rohstoffen. Durch Nachfragen werden auch die Händler für das Thema „Tierversuchsfreie Produkte“ sensibilisiert. Wenn Konsumentinnen und Konsumenten tierversuchsfreie Produkte verlangen, dann müssen die Händler reagieren. Denn Händler wollen in erster Linie nur eins: Und das ist Umsatz machen. Und je höher die Nachfrage nach tierversuchsfreier Kosmetika, Haushalts- und Reinigungsmittel, desto größer das Angebot.
Wie erkennt man tierversuchesfreie Firmen?
Manche Firmen, die gegen Tierversuche sind, erkennt man am Tierversuchsfrei-Signet. Das heißt aber nicht, dass ein tierversuchsfreies Produkt dieses Zeichen in jedem Fall tragen muss. Andererseits kann man sich auch nicht darauf verlassen, dass Bio- oder Naturkosmetika tierversuchsfrei sind. Aufgrund der EU-Kosmetikrichtlinie werden die Endprodukte wohl kaum an Tieren getestet. Doch Inhaltsstoffe wie Tenside, Emulgatoren, Sonnenschutzfilter, etc. stammen häufig von der chemischen Industrie. Somit unterliegen sie der EU-Chemikalienrichtlinie. Achtung: Bio- oder Naturkosmetika bestehen nicht hundertprozentig aus biologischen oder natürlichen Rohstoffen. Und das bedeutet leider auch, dass auch für Bio- oder Naturkosmetika nach wie vor Tierversuche durchgeführt werden.
Die beste Kosmetik ist aber nach wie vor Lebensfreude. Und ein Lächeln macht definitiv mehr her als ein ausdruckloses Gesicht mit dem schönsten Make up.






25 Juli 2012 um 15:46
Ein Wahnsinn das es Tierversuche nach wie vor gibt und das die Firmen die sich damit rühmen keine Tierversuche durchzuführen diese im Ausland durchführen lassen.
Wenn ich hier etwas von “Vergiftungstests an Tieren” lese dreht sich mir der Magen um.
Auch dieser ganze Bio Trend ist für mich der größte Schwachsinn. Alles nur überteuerte Produkte die dann im Endeffekt doch wieder aus diversen fragwürdigen Substanzen bestehen.